Bildkarten

„Bodypercussion“ bedeutet das Erzeugen von Klängen mit dem eigenen Körper mittels Hände und Füße. Für Carl Orff sind die Klanggesten elementarer Ausgangspunkt, der zu den Orff- bzw. Rhythmusinstrumenten und schließlich weiteren Instrumenten führt. Das Zusammenwirken von Klang und Sprache wird bei ihm in besonderer Weise fokussiert.
Im Musikunterricht bedeutet der Einsatz von Klanggesten vor allem eine Aktivierung aller Kinder. Sie haben eine besondere Bedeutung in der
• Vorarbeit für die Liedbegleitung
• Vorarbeit für Instrumentalstücke
• Erarbeitung eigenständiger Rhythmusstücke

Die üblichen Klanggesten sind:
• klatschen
• patschen
• stampfen
• schnipsen
Diese können erweitert werden durch:
• Brust klopfen (mit der flachen Hand oder mit der Faust)
• Zunge schnalzen

Der Fantasie für weitere Variationen sind keine Grenzen gesetzt. Der Übergang zu untermalenden Gesten ist fließend und kann im Musikunterricht jederzeit weiter ausgebaut werden. Bei der gestischen Unterstützung muss nicht unbedingt ein Klang mit dem Körper erzeugt werden.

 

Einsatz der Bildkarten im Musikunterricht (1. Klasse)

Reaktionsspiel 1
Die Lehrkraft hält die Bildkarten in der Hand. Sie zeigt eine Karte nach der anderen hoch, die Kinder gestalten die entsprechenden Klänge.

Reaktionsspiel 2
Die Bildkarten hängen durcheinander an der Tafel. Die Lehrkraft zeigt auf ein Bild, die Kinder erzeugen das Geräusch. Sobald der Lehrer die Hand wegnimmt, muss der Klang auch stoppen.

Klangkomposition
Die Lehrkraft zeigt auf die verschiedenen Bilder mit den Klanggesten. Die Kinder erzeugen die Geräusche. Es entsteht ein Klangband. Die Kinder sollen möglichst keine anderweitigen Geräusche erzeugen oder reden, kichern etc. In einem nächsten Schritt wird das Ganze aufgenommen. Schon für die Erstklässler ist es sehr spannend, sich das Ergebnis anzuhören. Es kann kommentiert und verbessert werden. Viele Assoziationen werden auftauchen.

Variation 1: Das Klangband wird durch Pausen unterbrochen.
Variation 2: Mit der zweiten Hand kann der Lehrer nun auch die Lautstärke ändern. Je höher der Arm, umso lauter „spielen“ die Kinder. Eine anschließende Reflexion darüber, welche Klänge besonders gut laut und leise gespielt werden können bzw. wo es schwierig wird ist sinnvoll.